Der rote Turm des Todes in Ostrov

Der Rote Turm des Todes in Ostrov ist ein Backsteinturm, der in den Jahren 1951-1956 als Sortieranlage für Uranerz im kommunistischen Arbeitslager Vykmanow II. diente (Deckname “L”).

Unter unmenschlichen Bedingungen arbeiteten hier politische Gefangene – Helden des westlichen Widerstands, Flieger, Soldaten, katholische Priester und Intellektuelle, die als größter Feind und Bedrohung des kommunistischen Regimes galten. Um die Wende der 1950er und 1960er Jahre wurde der Gebäudekomplex Teil des neu errichteten Betriebs für Oberleitungsbusse Škoda Ostrov, der 2008 endgültig seine Produktion einstellte und den Roten Turm des Todes und das dazugehörige Grundstück der Konföderation der politischen Gefangenen der Tschechischen Republik schenkte. Im selben Jahr wurde der Turm des Todes zum nationalen Kulturdenkmal erklärt.


Der Rote Turm des Todes ist einer der fünf Orte in der Tschechischen Republik, die am 6. Juli 2019 – zusammen mit 17 anderen Gebieten in Sachsen – als Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurden.

 


Regelmäßige Führungen durch den Roten Turm des Todes


Geschichte

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg verpflichtete sich die tschechoslowakische Regierung, das gesamte auf dem Territorium abgebaute Uranerz ohne eine angemessene Entschädigung an die damalige Sowjetunion zu liefern. Zu dieser Zeit befand sich im Land eine der größten Lagerstätten der Welt. Da die Arbeit in der Grube gefährlich war, waren auch politische Gefangene am schweren Uranabbau beteiligt.

Neben einer Reihe von Lagern in der Region Jáchymov entstand in Ostrov eine Arbeitsstätte für die finale Verarbeitung von Uranerz und eines der am meisten gefürchteten Lager, in dem politische Gefangene unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten – wobei ihr Tod in Kauf genommen oder sogar geplant wurde. Das Lager erhielt später den Namen “Turm des Todes”. Eigentümer des Turms des Todes ist seit 2008 die Konföderation der politischen Gefangenen der Tschechischen Republik, die dabei ist, in diesem Gebäude und auf dem umliegenden Land (ca. 2,5 Hektar) ein Museum für Zwangsarbeit zu errichten. Dieses Wahrzeichen wurde 2008 zum Nationalen Kulturdenkmal erklärt.

Aktuell

Der Turm mit der Halle im ehemaligen Bereich des Zwangsarbeitslagers diente als Brechanlage für Uranerz und Expeditionslager. Nachdem das Lager aufgelöst wurde, diente er dem Betrieb Škoda Ostrov als Lagerhaus. Trotz ständiger Pflege innerhalb der begrenzten Möglichkeiten des Eigentümers befindet sich das Gebäude in einem schlechten technischen Zustand. Die bisher durchgeführten Arbeiten zielten in erster Linie darauf ab, den weiteren Verfall des nationalen Kulturdenkmals zu verhindern und die Gebäude vor dem Zusammenbruch zu sichern. Auch die Region Karlsbad und die Stadt Ostrov waren daran mit finanzieller Unterstützung beteiligt. Ein Konzept für die zukünftige Nutzung dieses Denkmals wird derzeit ebenfalls ausgearbeitet. Von Mai bis September finden hier bereits regelmäßig Führungen statt.

Vision

Die Gestaltung des Konzepts und das vorläufige Erscheinungsbild des Areals geht von einem kleineren Grundstück mit einer Größe von etwa 2 Hektar aus, auf dem sich ursprünglich das Lager Vykmanov “L” befand. Dieses war ursprünglich auf etwa 5 Hektar verteilt. Dem Konzept nach soll den Besuchen hier die Zwangsarbeit in solch einem Lager nähergebracht werden.

Der Turm des Todes sollte in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden und dann als Museum für Zwangsarbeit dienen. Zur gleichen Zeit soll ein Hörsaal oder ein Kongresszentrum entstehen. Ein weiteres ursprüngliches technisches Gebäude blieb ebenfalls erhalten. Genutzt wurde es zum Teil als Verwaltungsgebäude und als Wachhaus mit Verhörräumen des Tschechischen Sicherheitsdienstes (StB, in der DDR-Stasi). Die anderen Gebäude sollen die Quartiere, das Kulturhaus, den Speisesaal u. a., die sich im Lager befanden, veranschaulichen. Sie sollen somit ein Bild liefern, wie das Lager damals aussah.

Der Rundgang durch das Lager und die Ausstellungen sollten interaktiv gestaltet werden. Die Besucher sollen die Möglichkeit bekommen, die Exponate anzufassen, einen Helm aufzusetzen oder Bergmannskleidung anzuziehen.

Der Rote Turm des Todes ist bis heute ein wertvolles, aber sehr trauriges Zeugnis der Verbrechen des kommunistischen Regimes in unserem Land und zeigt, wie gefährlich die kommunistische Ideologie in der ganzen Welt ist. Der Turm ist eine Warnung an gegenwärtige und künftige Generationen und eine Herausforderung für uns alle, niemals zuzulassen, dass sich diese Tragödie wiederholt.

Übersetzung ins Deutsche:
www.cesky-nemecky.cz
www.tschechisch-service.de
Roman Krakovič | Erfurt

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